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Trotz Verbesserungen noch nicht am Ziel

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist die zentrale Herausforderung in den kommenden Jahren. H+ entwickelt zusammen mit Mitgliedern, Partnern und Behörden neue Lösungen im Rahmen des Schweizer Berufsbildungssystems und der nationalen arbeitspolitischen Konzepte.

H+ wies bereits 2015 empirisch und modellhaft nach, dass das Inlandpotenzial für Gesundheitsfachleute unbedeutend ist. H+ und weitere Gesundheitsorganisationen unterstützten deshalb als Alliance Santé MEI im politischen Prozess der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative (MEI) den Arbeitslosenvorrang. Pflegefachpersonal und Ärzte gelten gemäss Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) als Mangelberufe und können bis auf weiteres ungehindert aus dem Ausland rekrutiert werden.

Bildungsabschlüsse haben zugenommen
Die Anstrengungen der Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen – mit der Unterstützung von OdASanté und H+ – haben bewirkt, dass 2016 die Anzahl Abschlüsse in den Gesundheitsberufen erneut gestiegen ist. Sie hinkt jedoch nach wie vor der zunehmenden Nachfrage hinterher. Der Bundesrat stellt in seinem Bericht fest: „Die Fachkräfteinitiative kann den Fachkräftemangel entschärfen, aber nicht alleine lösen. Die Zuwanderung von gut qualifizierten Fachkräften bleibt für die Schweizer Wirtschaft weiterhin wichtig.“ Kantonale Gesundheits- und Erziehungsdirektionen sind deshalb weiterhin gefordert, in die Gesundheitsberufsbildung zu investieren. Und die Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen sind gefordert, das Berufsbildungsangebot auf allen Niveaus zu halten bzw. weiter auszubauen.

OdASanté überprüfte im periodischen Revisionsverfahren mit Unterstützung der H+ Fachexpertinnen und Fachexperten in den Bildungskommissionen einige Berufe und Ausbildungen und passte diese wenn nötig den betrieblichen Bedürfnissen an.

BFI-Botschaft 2017-2020

Mit den vom Parlament genehmigten Massnahmen zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2017-2020 hat der Bund wichtige Grundsätze zur Finanzierung und Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen erlassen. Drei wichtige Forderungen von H+ sind dadurch erfüllt worden:

  • Der Bund investiert einmalig 100 Mio. Franken zur Erhöhung der Abschlusszahlen in der Humanmedizin von 900 auf 1300 Abschlüsse in den kommenden Jahren.
  • Der Bund fördert die höhere Berufsbildung und erhöht seinen jährlichen Beitrag an die Berufsbildungsfinanzierung sukzessive auf 135 Mio. Franken und fördert damit gezielt die Weiterbildung von Erwachsenen, neu ab 2018 mittels Subjektfinanzierung.
  • Die Bildungszusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen wird auf allen Bildungsstufen gesetzlich besser geregelt und koordiniert, dank des Bildungszusammenarbeitsgesetzes (BiZG).


H+ Fachkommission Human Resources Management (FKHRM+)

Die Fachkommission tagte 2016 im Frühling und im Herbst. Die Arbeitsgruppe „Arbeitsgesetz“ führte Ende 2015 erste Gespräche zur Flexibilisierung der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz (ArGV2) mit dem SECO, und Mitte 2016 mit dem Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO). Die Geschäftsstelle des VSAO begrüsste den Austausch zwar, der Zentralvorstand war aber gegen Verhandlungen mit H+. Deshalb überdenkt H+ 2017 seine Strategie, um mit dem VSAO wenn möglich für beide Seiten praktikable Lösungen zu finden.
Die Arbeitsgruppe „Berufeentwicklung“ behandelte mehrere Anfragen von Berufsverbänden zu neuen Berufen oder eidgenössischen Abschlüssen. Bei der „Endoskopie“ beispielsweise, in Zusammenarbeit mit OdASanté, ein Vorgehensmodell und formales Entscheidungsverfahren. Sie werden 2017 am Kardiotechniker BP/HFP getestet.

H+ Fachkommission ärztliche Bildung (FKäBi)
2016 genehmigte der H+ Vorstand die strategischen Leitlinien der FKäBi. H+ engagierte sich in der Themengruppe des Bundesamts für Gesundheit (BAG) „Koordination ärztliche Bildung“ zur Schaffung eines funktionierenden Vorhersagemodells des ärztlichen Bedarfs. In der BAG-Themengruppe „Spezialisierung und Spitalorganisation“, die H+ mitleitet, entwickelten und begleiteten auch einige FKäBi-Mitglieder eine Studie zum Einfluss der ärztlichen Spezialisierung auf die Spitalorganisation. Beim Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) hat die FKäBi erste Gehversuche in interprofessioneller Bildung unternommen. Und in der Arbeitsgruppe zur Totalrevision des Lehrplans der Humanmedizin (SCLO) sind ebenfalls Mitglieder von H+ und der FKäBi aktiv vertreten. Die BAG-Plattform „Zukunft ärztliche Bildung“ verglich die Steuerung der ärztlichen Versorgung anderer Länder mit der schweizerischen Situation und diskutierte die Ausbildung, Weiterbildung und Rolle der zukünftigen Ärzte in einer sich wandelnden Gesundheitsversorgung.