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ST Reha verbessert sich kontinuierlich

Die SwissDRG AG konnte die ST Reha Version 0.4 mit mehr Daten als je zuvor vorstellen. Die Datenerhebung wird im Sinne eines lernenden Systems weiter verfeinert. Unklar bleibt, ob zusätzliche CHOP-Codes für die Leistungen der Rehabilitation einen positiven Effekt für die Patientinnen und Patienten haben werden.

Mit Spannung erwartete die Branche, wie sich ein weiteres Jahr Datenerhebung auf die neue ST Reha Version 0.4 auswirkt. Als sehr erfreulich wurde die deutlich verbesserte Datenlage gegenüber der ST Reha Version 0.3 wahrgenommen. Für das Erhebungsjahr 2015 gelang es den damaligen Projektverantwortlichen H+ und MTK, im Vergleich zu den Vorjahren, eine deutlich grössere Anzahl Betriebe für die Datenerhebung zu gewinnen. In die Auswertung ab Frühjahr 2016 flossen Daten von 39 Betrieben ein. Für die Tarifstrukturentwicklung sind das 21 Betriebe mehr als im vorherigen Jahr und dadurch mehr als 2.5 Mal mehr Fälle und 2.2 Mal mehr Patientenwochen.

Nach Ansicht der für die Datenauswertung beauftragten Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sind mit den 2015 erhobenen Daten bereits knapp 70 Prozent aller Fälle der stationären Rehabilitation abgebildet und für die Tarifstrukturentwicklung nutzbar. Dennoch fehlen gewisse Rehabilitationsarten, wie beispielsweise die Fälle der paraplegiologischen Rehabilitation. Im Berichtsjahr konnten nun, auch dank einem Antrag der betroffenen Betriebe, die Voraussetzungen geschaffen werden, dass diese Fälle ab 2017 erhoben und ab der Datenauswertung im Frühjahr 2018 in die Entwicklung von ST Reha V 1.0 einbezogen werden können.
Mit den 2016 gesammelten Daten wird 2017 die ST Reha Version 0.5 kalkuliert.

Nicht verwendete Zusatzdatenerhebung
Etwas ernüchtert mussten die Rehabilitationsbetriebe im Dezember an der Systempräsentation ST Reha zur Kenntnis nehmen, dass die aufwändige Zusatzdatenerhebung der teuren, nicht rehabilitativen Leistungen wie Dialyse oder onkologische Medikamente nicht zur Entwicklung der Version 0.4 verwendet wurde. Die SwissDRG AG konnte auch nicht aufzeigen, welche der erhobenen Leistungen für eine gesonderte Abbildung in der Tarifstruktur künftig in Frage kommen. Das erstaunt angesichts der von der ZHAW im November aufgezeigten deskriptiven Auswertung und des Auftrags des Verwaltungsrats der SwissDRG AG, die Tarifstruktur vermehrt mit leistungsbezogenen Merkmalen zu ergänzen. Die Zusatzdatenerhebung wird auch 2017 weitergeführt. Die erhobenen Leistungen können nun mit den entsprechenden CHOP- bzw. ACT-Codes erfasst und im Datensatz abgebildet werden.

Fragezeichen CHOP-Codes
Leistungen der stationären Rehabilitation werden vermehrt in CHOP- Codes abgebildet. Auch wenn es verlockend erscheint, die Leistungen der stationären Rehabilitation mit denselben Werkzeugen wie die Fallpauschalen von SwissDRG zu kalkulieren, ist zurzeit unklar, ob sich der Aufwand für die Erarbeitung sachgerechter CHOP-Codes für die Rehabilitation tatsächlich lohnt. Denn im Praxisalltag, beispielsweise bei den Kostengutspracheverfahren, werden nicht die Leistungen an sich, sondern die Leistungsindikationen in Frage gestellt. Dass eine bessere Kodierung der Leistungen auch zu einer gezielten und akzeptierten Indikation führt, ist unwahrscheinlich. Die Vertreterinnen und Vertreter von einigen Versicherungen und Kantonen fordern dies aber unter dem Stichwort Transparenz. Sie stellen dem Bundesamt für Statistik (BFS) teilweise praxisferne Anträge für CHOP-Codes. Es bleibt zu hoffen, dass dadurch kein Datenfriedhof entsteht.